Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich bei AI zu engagieren. Hier werden verschiedene Möglichkeiten der Mitarbeit vorgestellt. Weiter unten finden sich Informationen zum diesjährigen Briefmarathon. Die Aktion „Briefe gegen das Vergessen“ findet jeden Monat statt. Auf dieser Seite finden Sie einen aktuellen Fall. Im Monat September 2026 wollen wir auf die Situation in Saudi-Arabien aufmerksam machen.
Amnesty bittet um Hilfe für verfolgten Saudi
Abdulrahman al-Sadhan befindet sich seit 8 Jahren zu Unrecht in Haft und hat keinen Kontakt zur Außenwelt. Der Mitarbeiter des Roten Halbmonds wurde im März 2018 festgenommen und fiel dann fast zwei Jahre lang dem Verschwindenlassen zum Opfer.
Am 5. April 2021 wurde er vor dem Sonderstrafgericht in Riad zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, gefolgt von einem 20-jährigen Reiseverbot. Grundlage für die Verurteilung waren humoristische Tweets, die von einem Twitter-Account versendet wurden, den er betrieben haben soll. Er ist offenbar im Al-Ha’ir-Gefängnis in Riad inhaftiert. Seine Familie darf keinerlei Kontakt zu ihm aufnehmen und weiß nichts über sein Schicksal.
Abdulrahman al-Sadhan hat lediglich friedlich sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen. Dem Urteil war ein unfairer Prozess vorausgegangen, in dem sein Rechtsbeistand und sein Vater nur eine Stunde Zeit bekamen, um eine „Beweisliste“ einzusehen, die mehr als 200 Seiten umfasste. Neben den ihm zur Last gelegten Tweets wurde auch ein zweiseitiges „Geständnis“ als Beweis herangezogen. Die Familie von Abdulrahman al-Sadhan geht davon aus, dass es unter Folter erzwungen wurde. Im Jahr 2022 erklärte die UN-Arbeitsgruppe gegen willkürliche Inhaftierungen seine Haft für willkürlich.
Abdulrahman al-Sadhan ist einer von 30 saudi-arabischen Menschenrechtsverteidiger*innen, für die sich Amnesty seit 2022 im Rahmen der Aktion #LetThemFly einsetzt. Willkürliche Urteile werden von den Behörden häufig als Mittel zur Bestrafung und Kontrolle von Aktivist*innen, Autor*innen und Journalist*innen eingesetzt.
Die Amnesty<-Gruppe Cloppenburg bittet die Leserinnen und Leser, Briefe an den Justizminister zu schreiben und die sofortige und bedingungslose Freilassung von Abdulrahman al-Sadhan zu fordern. Außerdem möge er dafür sorgen, dass Abdulrahman al-Sadhan r bis zu seiner Freilassung regelmäßigen Kontakt zu seiner Familie und seinem Anwalt haben kann. Zudem muss sichergestellt werden, dass er nicht gefoltert oder anderweitig misshandelt wird.
Adresse für Briefe in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch:
Minister of Justice
Dr. Walid bin Muhammad Al Sama’ani
Riyadh
Postal Code 11472, P.O. Box 7775
SAUDI-ARABIEN
X: @ MojKsa
E-Mail: 1950@moj.gov.sa oder minister-office@moj.gov.sa
(Anrede: Your Excellency / Sehr geehrter Herr Minister)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,25 €)
Ein Musterbrief auf Deutsch
Sehr geehrter Herr Minister,
ich wende mich an Sie, um auf den Fall von Abdulrahman al-Sadhan aufmerksam zu machen. Der Mitarbeiter des Roten Halbmonds wurde im März 2018 festgenommen und fiel dann fast zwei Jahre lang dem Verschwindenlassen zum Opfer. Er befindet sich immer noch zu Unrecht in Haft.
Am 5. April 2021 wurde Abdulrahman al-Sadhan in einem unfairen Prozess zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, gefolgt von einem 20-jährigen Reiseverbot. Grundlage für die Verurteilung waren humoristische Tweets, die von einem Twitter-Account versendet wurden, den er betrieben haben soll. Neben den ihm zur Last gelegten Tweets wurde auch ein zweiseitiges „Geständnis“ als Beweis herangezogen, welches unter Folter erzwungen worden sein soll. Im Jahr 2022 erklärte die UN-Arbeitsgruppe gegen willkürliche Inhaftierungen seine Haft für willkürlich. Abdulrahman al-Sadhan ist offenbar im Al-Ha’ir-Gefängnis in Riad inhaftiert und hat keinen Kontakt zu seiner Familie.
Bitte sorgen Sie dafür, dass Abdulrahman al-Sadhan umgehend und bedingungslos freigelassen wird. Stellen Sie zudem sicher, dass er bis zu seiner Freilassung regelmäßigen Kontakt zu seiner Familie und seinem Anwalt haben kann und dass er weder gefoltert noch anderweitig misshandelt wird.
Mit freundlichen Grüßen
Ein Musterbrief auf Englisch
Your Excellency,
I am writing about the case of Abdulrahman al-Sadhan, who was arrested from his place of work at the Saudi Arabian Red Crescent Society in Riyadh in March 2018 and forcibly disappeared for almost two years. He is unfairly imprisoned.
On 5 April 2021, after an unfair trial, Abdulrahman al-Sadhan was sentenced to 20 years in prison, to be followed by a 20-year travel ban. He was charged on the basis of a series of satirical tweets from a Twitter account he was accused him of running. In addition, a so-called „confession“ extracted under duress was being used as evidence against him. In 2022, the UN Working Group on Arbitrary Detention concluded that his detention was arbitrary. Abdulrahman al-Sadhan is said to be detained at the Al-Ha’ir prison in Riyadh and is not allowed contact with his family.
I urge you to release Abdulrahman al-Sadhan immediately and unconditionally. Please ensure that pending his release, he has regular access to his family and lawyer and is protected from torture and other ill-treatment.
Yours sincerely,
Teilnahme an Urgent actions
„Urgent Actions“ (Eilaktionen) sind ein effektiver Weg, um akut bedrohte Menschen zu unterstützen. Sie sind die denkbar schnellste Form der Intervention: Wenn Amnesty International von willkürlichen Festnahmen, Morddrohungen, Verschwindenlassen, Folterungen oder bevorstehenden Hinrichtungen erfährt, startet die Organisation eine Urgent Action.
Binnen weniger Stunden tritt ein Netzwerk von fast 80.000 Menschen in 85 Ländern (in Deutschland 10.000) in Aktion: Diese Aktivist_innen appellieren per Fax, E-Mail, Twitternachricht, Facebook-Posting oder Luftpostbrief an die Behörden der Staaten, in denen Menschenrechte verletzt werden. Bei den Adressat_innen gehen Tausende von Appellschreiben aus aller Welt ein. Es ist dieser rasche und massive Protest, der immer wieder Menschenleben schützt.
Bei den Urgent Actions werden die Namen der Absender_innen sowie deren E-Mail-Adressen an die Empfänger_innen der Appellschreiben weitergegeben. Damit können diese den Schreiber_innen antworten. Wenn diese Antwortschreiben dann an Amnesty International weitergeleitet werden, kann die Organisation Rückschlüsse auf die Wirkung der Urgent Action ziehen und so das weitere Vorgehen gezielter planen. Individuelle Appellschreiben, mit denen eine persönliche Betroffenheit ausgedrückt wird, zeichnen Amnesty International aus. Sie werden von der Organisation als wirkungsvoller angesehen als anonymes Handeln.
Unzählige Personen – von China bis Chile, von Syrien bis Simbabwe – konnten seit der ersten Urgent Action im Jahr 1973 gerettet werden.
Beteiligung an der Arbeit in der Gruppe
Die Cloppenburger AI-Gruppe trifft sich regelmäßig alle 14 Tage. Hier werden Aktionen vorbereitet, die Situation der Menschenrechte diskutiert und Möglichkeiten zu handeln besprochen. Die Gruppe freut sich über jedes neue Mitglied. Man kann auch einfach „hereinschnuppern“. Informationen sind über „Kontakt“ erhältlich.