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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich bei AI zu engagieren. Hier werden verschiedene Möglichkeiten der Mitarbeit vorgestellt. Weiter unten finden sich Informationen zum diesjährigen Briefmarathon. Die Aktion „Briefe gegen das Vergessen“ findet jeden Monat statt. Auf dieser Seite finden Sie einen aktuellen Fall. Im Monat Juli 2026 wollen wir auf Verletzungen der Meinungsfreiheit in den USA aufmerksam machen.

Gelten die Menschenrechte noch in den USA?

Die USA feiern in diesem Jahr ihren 250. Geburtstag. In vielen Reden wird daran erinnert, dass hier der erstmalig die Menschenrechte gesetzlich verankert wurden. In der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 steht, dass „alle Menschen gleich geschaffen sind; dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind; dass dazu Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehören.“

Offensichtlich ist dieses Verständnis brüchig geworden, wie der Fall der Journalistin Georgia Fort zeigt, auf den die Cloppenburger Gruppe von Amnesty International in diesem  Monat aufmerksam macht.

Georgia Fort dokumentierte zusammen mit anderen Journalist*innen am 18. Januar 2026 einen Protest in der Cities Church in St. Paul, Minnesota. Anlass war, dass einer der Pastoren auch eine Außenstelle der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) leitete.

Daraufhin ergriff das US-Justizministerium strafrechtliche Maßnahmen gegen Georgia Fort und weitere Journalist*innen. Seit Januar 2025 werden Medien und Journalist*innen wegen ihrer Berichterstattung über die derzeitige US-Regierung angegriffen. Sie sollen auf diese Weise eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden. Im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, den die Vereinigten Staaten ratifiziert haben, ist in Artikel 19 das Recht auf freie Meinungsäußerung verankert. Es schützt eine freie Presse und das Recht der Journalist*innen, Informationen zu suchen und weiterzugeben.

Wenn das Justizministerium Georgia Fort und andere Pressevertreter*innen nur deshalb strafrechtlich verfolgt, weil sie ihrer Arbeit nachgingen und über einen Protest berichteten, dann stellt dies eine Verletzung ihrer Menschenrechte dar.

AI bittet die Leserinnen und Leser, höflich formulierte Briefe an die Leiterin der Abteilung für Bürgerrechte im US-Justizministerium zu schreiben und sie zu bitten, dafür zu sorgen, dass alle Anklagen gegen Georgia Fort und die anderen Pressevertreter*innen, die über die Proteste in Minnesota berichtet haben, fallen gelassen werden.

Adresse für Briefe in gutem Englisch oder auf Deutsch:
Assistant Attorney General
Harmeet K. Dhillon
Civil Rights Division
U.S. Department of Justice
950 Pennsylvania Avenue NW
Washington DC 20530
USA
(Anrede: Dear Assistant Attorney General Dhillon / Sehr geehrte Frau Dhillon)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,25 €)

Musterbriefe

Auf Deutsch

Sehr geehrte Frau Dhillon,

am 18. Januar 2026 dokumentierte die Journalistin Georgia Fort zusammen mit anderen Journalist*innen einen Protest in der Cities Church in St. Paul, Minnesota. Anlass war, dass einer der Pastoren auch eine Außenstelle der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) leitete. Daraufhin leitete das US-Justizministerium rechtliche Schritte gegen Georgia Fort und weitere Journalist*innen ein.

Seit Januar 2025 werden Medien und Journalist*innen wegen ihrer Berichterstattung über die US-Regierung angegriffen. Ich befürchte, dass sie auf diese Weise eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden sollen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verankert. Wenn das Justizministerium Georgia Fort und andere Pressevertreter*innen nur deshalb strafrechtlich verfolgt, weil sie ihrer Arbeit nachgingen und über einen Protest berichteten, dann stellt dies eine Verletzung ihrer Menschenrechte dar.

Bitte sorgen Sie dafür, dass alle Anklagen gegen Georgia Fort und die anderen Pressevertreter*innen, die über die Proteste in Minnesota berichtet haben, fallen gelassen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Auf Englisch

Dear Assistant Attorney General Dhillon,

On 18 January 2026, Journalist Georgia Fort, along with other members of the press, documented a protest inside a church in Minnesota as one of the church’s pastors was an Immigration and Customs Enforcement (ICE) field office director. For this journalistic coverage, the US Department of Justice is prosecuting Fort and others representing the press.

Since January 2025, the media and journalists have been targeted for reporting on the Trump administration’s actions. I am concerned that these charges seek to intimidate and silence journalists. The right to freedom of expression is enshrined in the International Covenant on Civil and Political Rights. In prosecuting Georgia Fort and other members of the press solely for doing their job and covering a protest, the Department of Justice is violating their human rights.

I urge you to ensure that all charges against Georgia Fort and other members of the press who reported on the protests in Minnesota are withdrawn.

Yours sincerely,

 

Briefmarathon 2025

Die größte Menschenrechtsaktion der Welt auch in Cloppenburg

Der Amnesty Briefmarathon ist die größte Menschenrechtsaktion der Welt. Jedes Jahr im November und Dezember beweisen gewöhnliche Menschen, dass sie Außergewöhnliches bewirken können, wenn sie gemeinsam Briefe an Regierungen und Behörden schreiben: Zu Unrecht Inhaftierte werden freigelassen, Todesurteile aufgehoben, Folter beendet und diskriminierende Gesetze geändert.

Beim gemeinsamen Schreiben zeigt sich die Kraft der Amnesty-Bewegung: An wenigen Tagen konzentrieren sich Menschen überall auf der Welt auf das Schicksal Einzelner. Sie schreiben Briefe und verschicken E-Mails und setzen damit Regierungen unter Druck, Unrecht zu beenden. Einen einzelnen Brief können Behörden ungelesen wegwerfen – doch zigtausende Briefe und E-Mails können sie nicht ignorieren. Darüber hinaus signalisieren die Briefe den Betroffenen und ihren Familien, dass sie in ihrem Kampf für Gerechtigkeit nicht allein sind. In den letzten Wochen haben mehrere Cloppenburger Schulen sich an dieser Aktion beteiligt.

Hier ein Fall, der uns besonders beschäftigt (Artikel aus der MT)

Der Briefmarathon von Amnesty ist auch in Cloppenburg gestartet

Auf Initiative der Amnesty-Gruppe Cloppenburg haben sich viele Schülerinnen und Schüler in den letzten Tagen u.a. für diese Personen eingesetzt: die Guerreras por la Amazonía, eine Gruppe von 15 mutigen Aktivistinnen aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet, die entschlossen gegen die zerstörerischen Auswirkungen von Verbrennungsanlagen für überschüssiges Gas in ihrer Region kämpft; Ellinor Guttorm Utsi aus Norwegen, die sich als Sprecherin einer samischen Rentierzüchtergemeinschaft gegen die geplanten Windkraftprojekte mitten durch ihre Sommerweiden einsetzt; und Unecebo Mboteni, ein 3-jähriger Junge aus Südafrika, der in eine offen zugängliche Grubentoilette seiner Vorschule im Eastern Cape stürzte und später im Krankenhaus verstarb.

„Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es uns wichtig, nicht die Menschen zu vergessen, die mutig für Menschenrechte einstehen und dafür mit ihrer Freiheit bezahlen“, sagt Günter Kannen, der Sprecher der Cloppenburger Amnesty-Gruppe. „Besonders bewegt hat mich das Schicksal von Sai Zaw Thaike aus Myanmar.“ Seit dem Militärputsch 2021 ist Myanmar einer der gefährlichsten Orte weltweit für Journalisten. Mehr als 200 sind bereits inhaftiert , unabhängige Medien verboten oder ins Exil gezwungen worden. Wer trotzdem berichtet, riskiert das eigene Leben. Das gilt auch für den Journalisten Sai Zaw Thaike. Er hat dieses Risiko auf sich genommen, als er im Mai 2023 über den Tropensturm Mocha berichtete. Doch die Behörden nahmen ihn wegen angeblicher Falschinformation und Aufwiegelung fest. Er erhielt keinerlei Rechtsbeistand, wurde vor ein Militärtribunal gestellt und nach nur einem Tag zu 20 Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt.

AI Cloppenburg bittet die Leserinnen und Leser, höflich formulierte Briefe an die Regierung von Myanmar zu schreiben. Darin sollte die Regierung aufgefordert werden, dafür zu sorgen, dass alle Anschuldigungen gegen Sai Zaw Thaike fallengelassen werden und er unverzüglich freikommt.

Die Adresse: The State Administration Council (SAC)
c/o Embassy of the Republic of the Union of Myanmar
Thielallee 19, 14195 Berlin, Federal Republic of Germany

Ein Musterbrief

Sehr geehrter Vorsitzender,

ich fordere Sie auf, Sai Zaw Thaike umgehend und bedingungslos freizulassen.

Myanmar steht im World Press Freedom Index auf Platz 171 von 180 Ländern.

Der Fotojournalist Sai Zaw Thaike ist allein wegen seiner beruflichen Tätigkeit zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Nachdem er 2023 über die Zerstörungen durch den Zyklon Mocha im Bundesstaat Rakhine berichtet hatte, ist er verhaftet, gefoltert und verurteilt worden. Seine Festnahme, das Verfahren und seine Haft­ bedingungen verletzen die grundlegenden Rechte auf freie Meinungsäußerung, ein faires Verfahren und körperliche Unversehrtheit.

Sai Zaw Thaikes journalistische Berichterstattung verdient Respekt, nicht Repression. Journalismus ist kein Verbrechen!

Ich fordere Sie auf: Sorgen Sie dafür, dass alle Anschuldigungen gegen Sai Zaw Thaike fallengelassen werden und er unverzüglich freikommt.

Mit freundlichen Grüßen

Teilnahme an Urgent actions

„Urgent Actions“ (Eilaktionen) sind ein effektiver Weg, um akut bedrohte Menschen zu unterstützen. Sie sind die denkbar schnellste Form der Intervention: Wenn Amnesty International von willkürlichen Festnahmen, Morddrohungen, Verschwindenlassen, Folterungen oder bevorstehenden Hinrichtungen erfährt, startet die Organisation eine Urgent Action.

Binnen weniger Stunden tritt ein Netzwerk von fast 80.000 Menschen in 85 Ländern (in Deutschland 10.000) in Aktion: Diese Aktivist_innen appellieren per Fax, E-Mail, Twitternachricht, Facebook-Posting oder Luftpostbrief an die Behörden der Staaten, in denen Menschenrechte verletzt werden. Bei den Adressat_innen gehen Tausende von Appellschreiben aus aller Welt ein. Es ist dieser rasche und massive Protest, der immer wieder Menschenleben schützt.

Bei den Urgent Actions werden die Namen der Absender_innen sowie deren E-Mail-Adressen an die Empfänger_innen der Appellschreiben weitergegeben. Damit können diese den Schreiber_innen antworten. Wenn diese Antwortschreiben dann an Amnesty International weitergeleitet werden, kann die Organisation Rückschlüsse auf die Wirkung der Urgent Action ziehen und so das weitere Vorgehen gezielter planen. Individuelle Appellschreiben, mit denen eine persönliche Betroffenheit ausgedrückt wird, zeichnen Amnesty International aus. Sie werden von der Organisation als wirkungsvoller angesehen als anonymes Handeln.

Unzählige Personen – von China bis Chile, von Syrien bis Simbabwe – konnten seit der ersten Urgent Action im Jahr 1973 gerettet werden.

Beteiligung an der Arbeit in der Gruppe

Die Cloppenburger AI-Gruppe trifft sich regelmäßig alle 14 Tage. Hier werden Aktionen vorbereitet, die Situation der Menschenrechte diskutiert und Möglichkeiten zu handeln besprochen. Die Gruppe freut sich über jedes neue Mitglied. Man kann auch einfach „hereinschnuppern“. Informationen sind über „Kontakt“ erhältlich.

3. Juli 2026