Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich bei AI zu engagieren. Hier werden verschiedene Möglichkeiten der Mitarbeit vorgestellt. Weiter unten finden sich Informationen zum diesjährigen Briefmarathon. Die Aktion „Briefe gegen das Vergessen“ findet jeden Monat statt. Auf dieser Seite finden Sie einen aktuellen Fall. Im Monat Oktober 2026 wollen wir auf die Situation von Künstlern in China aufmerksam machen.
Amnesty bittet um Solidarität mit chinesischem Künstler
Am 25. August 2026 wurde Gao Zhen wegen „Beleidigung von Chinas Helden und Märtyrern“ zu drei Jahren Haft verurteilt. Die bereits im Gefängnis verbrachte Zeit soll zwar angerechnet werden, doch der bekannte Künstler hätte gar nicht erst vor Gericht gestellt werden dürfen. Fast auf den Tag genau zwei Jahre zuvor wurde Gao Zhen festgenommen: Am 26. August 2024 stürmten etwa 30 Polizist*innen sein Atelier in der Stadt Sanhe in der Provinz Hebei, fotografierten seine Kunstwerke, beschlagnahmten mehrere Skulpturen und versiegelten das Atelier. Seitdem befindet er sich in der Haftanstalt von Sanhe.
Die Ehefrau von Gao Zhen und ihr sechsjähriger Sohn, der die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, wurden an der Ausreise aus China gehindert, als sie versuchten, von Peking nach New York zu reisen. Außerdem untersagte die Polizei seiner Frau, mit den Medien über die Inhaftierung ihres Mannes zu sprechen.
Die chinesischen Behörden müssen Gao Zhen unverzüglich freilassen, da die Vorwürfe gegen ihn haltlos sind und nur darauf basieren, dass er sein Recht auf freie Meinungsäußerung, insbesondere auf künstlerisches Schaffen, wahrgenommen hat.
Die Cloppenburger Gruppe von Amnesty International bittet die Leserinnen und Leser, höflich formulierte Briefe an den Direktor des Büros für öffentliche Sicherheit in Sanhe zu schreiben. Darin sollten sie ihn auffordern zu veranlassen, dass Gao Zhen umgehend und bedingungslos freigelassen wird. Außerdem sollte er dafür sorgen, dass Gao Zhen bis zu seiner Freilassung regelmäßigen und uneingeschränkten Zugang zu seiner Familie erhält und weder gefoltert noch anderweitig misshandelt wird. Die Schikanen und Drohungen gegen seine Familie müssen eingestellt und gewährleistet werden, dass die Familie frei nach China ein- und ausreisen kann. Schließlich sollten sie ihn auffordern, dass chinesische Künstler*innen ihre Meinung ohne Angst vor Verfolgung oder willkürlicher Inhaftierung äußern können.
Adresse für Briefe in gutem Chinesisch, Englisch oder auf Deutsch:
Director Pan Jiqiang
Sanhe Public Security Bureau in Langfang City
Hebei Province, No.3, Dingsheng West Street
Sanhe City, Langfang, Hebei Province, 065200
VOLKSREPUBLIK CHINA
(Anrede: Dear Director Pan / Sehr geehrter Herr Direktor Pan)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,25 €)
Ein Musterbrief auf Deutsch
Sehr geehrter Herr Direktor Pan,
am 25. August 2026 wurde Gao Zhen (高兟) wegen „Beleidigung von Chinas Helden und Märtyrern“ zu drei Jahren Haft verurteilt. Die bereits im Gefängnis verbrachte Zeit soll zwar angerechnet werden, doch der bekannte Künstler hätte gar nicht erst vor Gericht gestellt werden dürfen. Vor zwei Jahren wurde Gao Zhen festgenommen. Etwa 30 Polizist*innen stürmten sein Atelier, beschlagnahmten mehrere Kunstwerke und versiegelten das Atelier. Seitdem befindet er sich in der Haftanstalt von Sanhe.
Die Ehefrau von Gao Zhen und ihr sechsjähriger Sohn, der die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, wurden an der Ausreise aus China gehindert, als sie versuchten, von Peking nach New York zu reisen. Außerdem untersagte die Polizei seiner Frau, mit den Medien über die Inhaftierung ihres Mannes zu sprechen.
Bitte veranlassen Sie, dass Gao Zhen umgehend und bedingungslos freigelassen wird. Sorgen Sie dafür, dass Gao Zhen bis zu seiner Freilassung regelmäßigen und uneingeschränkten Zugang zu seiner Familie erhält und weder gefoltert noch anderweitig misshandelt wird. Stellen Sie die Schikanen und Drohungen gegen seine Familie ein und gewährleisten Sie, dass die Familie frei nach China ein- und ausreisen kann. Chinesische Künstler*innen müssen ihre Meinung ohne Angst vor Verfolgung oder willkürlicher Inhaftierung äußern können.
Mit freundlichen Grüßen
Ein Musterbrief auf Englisch
Dear Director Pan,
I am writing to express my grave concern for artist Gao Zhen (高兟), who on 25 August 2026 was sentenced to three years in prison for ’slandering China’s heroes and martyrs’. Whilst the time he has already spent in detention is being taken into account, the artist should never have been imprisoned in the first place. Gao Zhen was detained two years ago. Around 30
police officers raided his studio, confiscated several works of art, and sealed the studio. He is currently detained at Sanhe City Detention Center.
My distress is heightened by concerns that Gao’s wife and their 6-year-old son, a United States citizen, were also barred from leaving China when they attempted to return to New York from Beijing. Gao Zhen’s wife was also warned by police not to speak to the media about her husband’s detention.
I urge you to immediately and unconditionally release Gao Zhen. Pending his release, ensure that Gao Zhen has regular, unrestricted access to his family and lawyers, and is not subject to torture or other ill-treatment. Please stop harassing and threatening his family and ensure that they can enter and leave China freely. Please also ensure that Chinese artists can express their views without fear of persecution or arbitrary detention.
Yours sincerely,
Teilnahme an Urgent actions
„Urgent Actions“ (Eilaktionen) sind ein effektiver Weg, um akut bedrohte Menschen zu unterstützen. Sie sind die denkbar schnellste Form der Intervention: Wenn Amnesty International von willkürlichen Festnahmen, Morddrohungen, Verschwindenlassen, Folterungen oder bevorstehenden Hinrichtungen erfährt, startet die Organisation eine Urgent Action.
Binnen weniger Stunden tritt ein Netzwerk von fast 80.000 Menschen in 85 Ländern (in Deutschland 10.000) in Aktion: Diese Aktivist_innen appellieren per Fax, E-Mail, Twitternachricht, Facebook-Posting oder Luftpostbrief an die Behörden der Staaten, in denen Menschenrechte verletzt werden. Bei den Adressat_innen gehen Tausende von Appellschreiben aus aller Welt ein. Es ist dieser rasche und massive Protest, der immer wieder Menschenleben schützt.
Bei den Urgent Actions werden die Namen der Absender_innen sowie deren E-Mail-Adressen an die Empfänger_innen der Appellschreiben weitergegeben. Damit können diese den Schreiber_innen antworten. Wenn diese Antwortschreiben dann an Amnesty International weitergeleitet werden, kann die Organisation Rückschlüsse auf die Wirkung der Urgent Action ziehen und so das weitere Vorgehen gezielter planen. Individuelle Appellschreiben, mit denen eine persönliche Betroffenheit ausgedrückt wird, zeichnen Amnesty International aus. Sie werden von der Organisation als wirkungsvoller angesehen als anonymes Handeln.
Unzählige Personen – von China bis Chile, von Syrien bis Simbabwe – konnten seit der ersten Urgent Action im Jahr 1973 gerettet werden.
Beteiligung an der Arbeit in der Gruppe
Die Cloppenburger AI-Gruppe trifft sich regelmäßig alle 14 Tage. Hier werden Aktionen vorbereitet, die Situation der Menschenrechte diskutiert und Möglichkeiten zu handeln besprochen. Die Gruppe freut sich über jedes neue Mitglied. Man kann auch einfach „hereinschnuppern“. Informationen sind über „Kontakt“ erhältlich.