Mitmachen

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Wir freuen uns, dass Sie bei AI Cloppenburg mitmachen wollen. Hier finden sich einige Möglichkeiten, aktiv zu werden.

Briefe gegen das Vergessen

In jedem Monat weist AI auf neue Fälle hin, in denen Menschenrechte verletzt werden, und bittet darum, sich für die Menschen, die darunter leiden, einzusetzen. Aktuelle Fälle sind auf der Homepage von AI zu finden. Auch in der MT wird ein Fall vorgestellt. Hier der neueste Fall vom November 2022.

Amnesty fordert Gerechtigkeit für ein junges Mädchen

Die zurzeit im Iran stattfindenden Proteste zeigen wieder einmal, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen heute die vorherrschende Menschenrechtsverletzung in unserer Welt ist. Diese Gewalt findet sowohl öffentlich als auch versteckt statt, und hat enorme Auswirkungen auf Fortschritt und Entwicklung. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist weltweit in vielen Kulturen so fest verankert, dass sie schon fast unsichtbar ist.

Die Cloppenburger Gruppe von Amnesty International macht in diesem Monat auf den Fall von Keren-Happuch Akpagher aufmerksam. Keren-Happuch war Schülerin eines Internats in der nigerianischen Hauptstadt Abjua und freute sich auf den nächsten Sommerurlaub und die Zeit mit ihrer Mutter. Doch am 22. Juni 2021 starb sie an den Folgen einer Vergewaltigung, die sie mutmaßlich an ihrer Schule erlitten hatte. Eine von der Polizei angeordnete Autopsie ergab, dass sie vergewaltigt wurde. Todesursache war eine Blutvergiftung – ausgelöst durch ein Kondom, das in ihrer Vagina zurückgeblieben war.

Ein Jahr später sind der oder die Täter immer noch nicht ermittelt und vor Gericht gestellt worden. Das Internat, in dem die Tat mutmaßlich verübt wurde, setzte den Schulbetrieb wie gewohnt fort.

Keren-Happuch Akpaghers Mutter, Vivian Akpagher, und ihre Familie leiden schrecklich unter dem Verlust. Doch in ihrer Trauer können sie sich nicht einmal auf die Polizei verlassen: Diese hatte Vivian Akpagher aufgefordert, für die Obduktion ihrer Tochter zu bezahlen (was sie auch tat), verweigerte ihr aber die Einsicht in den Obduktionsbericht.

Vivian Akpagher und ihre Familie kämpfen trotz aller Schwierigkeiten weiterhin für die Aufklärung des Falls und fordern Gerechtigkeit für Keren-Happuch Akpagher.

Amnesty International Cloppenburg bittet die Leserinnen und Leser, höflich formulierte Briefe an den Generalstaatsanwalt und Justizminister Nigerias zu schreiben und ihn zu bitten, eine unparteiische sowie umfassende und transparente Untersuchung des Todes und der mutmaßlichen Vergewaltigung von Keren-Happuch Akpagher durchzuführen. Die mutmaßlichen Täter müssen einem fairen Gerichtsverfahren zugeführt werden, das den internationalen Standards entspricht und die Todesstrafe ausschließt.

Briefe in gutem Englisch oder Deutsch sind zu richten an:

Attorney General and Minister of Justice
Abubakar Malami (SAN)
Federal Secretariat Complex
10th Floor, Shehu Shagari Way
PMB 192, Abuja
NIGERIA
Fax: 00 234 – 09 52 35 208
E-Mail: Info@justice.gov.ng
(Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,10 €)

Weitere Informationen sowie ein Musterbrief finden sich hier:
https://amnesty-cloppenburg.de/mitmachen/

Ein Musterbrief

Sehr geehrter Herr Minister,

ich wende mich heute an Sie, um Ihre Aufmerksamkeit auf den Fall der vierzehnjährigen Keren-Happuch Akpagher zu lenken, einer Internatsschülerin aus Abuja.

Am 22. Juni 2021 starb Keren-Happuch Akpagher, nachdem sie mutmaßlich an ihrer Schule vergewaltigt wurde und deshalb eine Blutvergiftung entwickelte. Ein Jahr später sind der oder die Täter immer noch nicht ermittelt und vor Gericht gestellt worden.

Die Polizeibehörden sorgen für Verzögerungen in den Untersuchungen des Falls: Vivian Akpagher wurde aufgefordert, für die Obduktion ihrer Tochter zu bezahlen, was sie tat. Dennoch wurde ihr die Akteneinsicht in den Obduktionsbericht verweigert.

Ich bitte Sie deshalb, umgehend eine unparteiische sowie umfassende und transparente Untersuchung des Todes von Keren-Happuch Akpagher anzuordnen. Außerdem fordere ich Sie auf, die mutmaßlichen Täter einem Gerichtsverfahren zuzuführen, das den internationalen Standards entspricht und die Todesstrafe ausschließt.

Mit freundlichen Grüßen

Briefmararathon

Im Monat Dezember findet alljährlich ein Briefmarathon statt: Tausende von Menschen aus aller Welt engagieren sich für 10 ausgewählte Menschen, die wegen ihres Einsatzes für Menschenrechte verfolgt werden. Im Jahr 2022 setzt sich die Cloppenburger AI-Gruppe besonders für eine russische Künstlerin ein.

Briefe können Leben retten – Briefmarathon 2022 von Amnesty International gestartet

Moses Akatugba war ein ganz gewöhnlicher Teenager. Fotos aus seiner Jugend zeigen einen unbeschwerten Jungen mit wachem Blick, dessen Traum es war, Medizin zu studieren, so wie es sich auch sein Vater für ihn wünschte. Doch dazu sollte es nie kommen. Im November 2005 wurde er auf offener Straße in seiner Heimatstadt Ekpan verhaftet, weil er angeblich Handys und eine geringe Menge Bargeld gestohlen hatte. Er war zu diesem Zeitpunkt erst 16 Jahre alt und erwartete die Ergebnisse seiner schulischen Abschlussprüfung. Seine Festnahme glich einem Überfall: Sicherheitskräfte schossen ihn in die Hand und schlugen ihn brutal auf Kopf und Rücken. Nach monatelanger Folter gestand er schließlich und wurde zum Tode verurteilt.

Doch Moses Akatugba lebt noch. Amnesty International hatte unter anderem durch die „Briefe gegen das Vergessen“ und den Briefmarathon im Dezember 2014 weltweit Zehntausende Menschen dazu gebracht, sich für Moses Akatugba einzusetzen. “Ich lebe noch wegen dieser Briefe”, sagt Moses Akatugba heute. Er kam frei, nachdem 800.000 Briefe von Amnesty-Unterstützer*innen aus der ganzen Welt in einem nigerianischen Gefängnis ankamen.

So wie Moses Akatugba geht es vielen. Was ihnen hilft: Die Solidarität von Menschen auf der ganzen Welt. Der Briefmarathon ist eine der erfolgreichsten Aktionen von Amnesty International. Er findet jährlich von Mitte November bis Ende Dezember weltweit statt. Tausende von Briefen werden in diesen Tagen an die Herrschenden verschiedener Länder geschrieben und machen auf die Verletzung der Menschenrechte in ihrem Land aufmerksam. Und es lohnt sich: Eine einzelne Mail kann ungelesen im Spam-Ordner landen, aber Tausende Nachrichten, die die Einhaltung der Menschenrechte fordern, lassen sich nicht ignorieren.

Klaus Witte von AI Cloppenburg wirbt für die Teilnahme am Briefmarathon.

Die AI-Gruppe Cloppenburg möchte sich in diesem Jahr besonders für Aleksandra Skochilenko einsetzen. Ihr drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis, weil sie in einem Supermarkt in St. Petersburg Preisschilder durch kleine Papieretiketten mit Fakten über die russische Invasion in der Ukraine ersetzt hat. Für diese kreative Aktion gegen den Krieg sitzt Aleksandra nun unter schrecklichen Bedingungen in Haft. Die russischen Behörden nahmen Aleksandra am 11. April 2022 fest und klagten sie wegen der “Verbreitung wissentlich falscher Informationen über die russischen Streitkräfte” an. Dieser Straftatbestand ist neu im Strafgesetzbuch: Die russische Führung hat den Artikel im März 2022 eilig eingeführt, um Kritik der Bevölkerung an der Invasion in der Ukraine zu unterbinden. Dutzende Menschen wurden bereits auf Grundlage dieses neuen Straftatbestands inhaftiert. Aleksandra Skochilenko ist eine gewaltlose politische Gefangene. Sie ist nur deshalb inhaftiert, weil sie friedlich ihren Widerstand gegen den Krieg zum Ausdruck gebracht hat.

AI Cloppenburg bittet die Bürger/innen, höflich formulierte Briefe zu schreiben und die Behörden aufzufordern, Aleksandra Skochilenko unverzüglich freizulassen und alle Anklagen gegen sie fallenzulassen.

 

Adresse:
The Prosecutor of St. Petersburg
Melnik Viktor Dmitrievich
c/o Botschaft der russischen Förderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin

Ein Musterbrief

Sehr geehrter Herr Staatsanwalt,

Aleksandra Skochilenko muss sofort und bedingungslos freigelassen werden. Sie ist lediglich inhaftiert, weil ihr vorgeworfen wird, Kritik an Russlands Krieg gegen die Ukraine geübt zu haben. Jede*r hat das Recht, die eigene Meinung frei zu äußern, auch Aleksandra Skochilenko. Alle Anklagen gegen sie müssen fallen gelassen werden.

Ich fordere Sie außerdem auf, dafür zu sorgen, dass Aleksandra Skochilenko bis zu ihrer Freilassung Haftbedingungen gewährt werden, die internationalen Standards entsprechen. Sie muss Zugang zu einer angemessenen medizinischen Versorgung sowie zu der besonderen Ernährung erhalten, die sie wegen ihres Gesundheitszustands benötigt.

Aleksandra Skochilenko muss bis zu ihrer Freilassung außerdem vor Schikanen durch Angestellte der Haftanstalt sowie ihrer Zellengenossinnen geschützt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Hintergrundinformationen

Aleksandra Skochilenko drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis, weil sie in einem Supermarkt in St. Petersburg Preisschilder durch kleine Papieretiketten mit Fakten über die russische Invasion in der Ukraine ersetzt hat. Für diese kreative Aktion gegen den Krieg sitzt Aleksandra nun unter schrecklichen Bedingungen in Haft. Setz dich für ihre Freilassung ein.

Die russischen Behörden nahmen Aleksandra am 11. April 2022 fest und klagten sie wegen der „Verbreitung wissentlich falscher Informationen über die russischen Streitkräfte“ an. Dieser Straftatbestand ist neu im Strafgesetzbuch: Die russische Führung hat den Artikel im März 2022 eilig eingeführt, um Kritik der Bevölkerung an der Invasion in der Ukraine zu unterbinden. Dutzende Menschen wurden bereits auf Grundlage dieses neuen Straftatbestands inhaftiert. Aleksandra Skochilenko ist in der Kunstszene bekannt: Sie ist Songwriterin, verfasst Comic-Bücher, organisiert Konzerte und Jam-Sessions. Ihr “Buch über Depressionen” ist sehr beliebt und half, die Krankheit in Russland zu entstigmatisieren. Aleksandra leidet an der Autoimmunerkrankung Zöliakie und ist auf glutenfreies Essen angewiesen. In der Untersuchungshaft erhält sie weder die für sie erforderliche Ernährung noch medizinische Versorgung. Sie ist gezwungen, die meiste Zeit zu hungern, ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich. Zudem haben Mitarbeiter*innen der Haftanstalt sowie Zellengenossinnen Aleksandra immer wieder schikaniert, belästigt und eingeschüchtert. Aleksandra Skochilenko ist eine gewaltlose politische Gefangene. Sie ist nur deshalb inhaftiert, weil sie friedlich ihren Widerstand gegen den Krieg zum Ausdruck gebracht hat.

Weitere Informationen, auch zu den anderen Fällen, finden sich hier:
https://www.amnesty.de/schreib-fuer-freiheit-amnesty-briefmarathon-2022

Urgent Actions

In dringenden Fällen bittet AI darum, an sog. “Urgent Actions'” teilzunehmen. Solche Aktionen sind unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-actions zu finden. Wer regelmäßige Informationen wünscht, kann sich auch an unsere Gruppe wenden (s. Kontakt).

Buchtipps (https://amnesty-cloppenburg.de/2022/02/buchtipps/)

Aktive Mitarbeit bei ai Cloppenburg

Wann treffen wir uns?

Wir treffen uns 2-mal im Monat. Du bist herzlich eingeladen zu kommen.

Nähere Informationen über “Kontakt”.

Wo treffen wir uns?

Wir treffen uns meistens bei Gerda Pontenagel im Jammertal 40, 49661 Cloppenburg.

Sie haben noch Fragen?

Kein Problem: Schreiben Sie einfach eine E-Mail an
kontakt@amnesty-cloppenburg.de.

8. Dezember 2022