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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich bei AI zu engagieren. Hier werden verschiedene Möglichkeiten der Mitarbeit vorgestellt. Weiter unten finden sich Informationen zum diesjährigen Briefmarathon. Die Aktion „Briefe gegen das Vergessen“ findet jeden Monat statt. Auf dieser Seite finden Sie einen aktuellen Fall. Im Monat April 2026 wollen wir auf den Iran aufmerksam machen.

Iran: auch Minderjährigen droht unmittelbar die Todesstrafe

Die Cloppenburger Gruppe von Amnesty International bittet die Leserinnen und Leser der MT dringend, sich für Todesstrafenkandidaten im Iran einzusetzen. Die Behörden haben innerhalb von 24 Stunden vier Männer im Geheimen exekutiert: Babak Alipour, Pouya Ghobadi, Akbar (Shahrokh) Daneshvarkar und Mohammad Taghavi Sangdehi. Sieben weitere Dissidenten und Protest-Teilnehmende im Ghezel‑Hesar‑Gefängnis in der Provinz Alborz befinden sich in akuter Gefahr, ebenfalls hingerichtet zu werden. AI bittet darum, sich gegen die geplanten Hinrichtungen von Vahid Bani Amerian, Abolhassan Montazer, Mohammad Amin Biglari, Ali Fahim, Abolfazl Salehi Siavashani, Amirhossein Hatami und Shahin Vahedparast Kolo einzusetzen.

Nach wiederholten Drohungen, Hinrichtungsverfahren zu beschleunigen, haben iranische Gerichte im Februar 2026 mindestens acht Menschen zum Tode verurteilt. Mindestens 22 weitere Personen, darunter zwei Minderjährigen, droht ebenfalls die Todesstrafe. Sie stehen in beschleunigten, von Folter geprägten und grob unfairen Verfahren wegen angeblicher Straftaten, die sie während der Proteste im Januar 2026 begangen haben sollen, vor Gericht.

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie auf, die Schuldsprüche und Todesurteile unverzüglich aufzuheben, von der Verhängung von Todesurteilen abzusehen und dafür zu sorgen, dass alle, die einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt werden, ein faires Gerichtsverfahren nach internationalen Standards erhalten, ohne Rückgriff auf die Todesstrafe. Sorgen Sie auch dafür, dass Aussagen, die unter Folter oder anderen Misshandlungen oder ohne Anwesenheit eines Rechtsbeistands erlangt wurden, in den Verfahren nicht verwendet werden.
  • Darüber hinaus fordere ich Sie auf, alle Gefangenen freizulassen, die allein wegen der Ausübung ihrer Menschenrechte wie den Rechten auf friedliche Versammlung und freie Meinungsäußerung inhaftiert sind, alle Inhaftierten vor Folter und anderen Misshandlungen zu schützen und Foltervorwürfen nachzugehen sowie Schicksal und Verbleib verschwundener Personen offenzulegen. Gewährleisten Sie Familien und Rechtsbeiständen eigener Wahl Zugang zu den Gefangenen und sorgen Sie dafür, dass Angeklagte sich angemessen verteidigen können und medizinisch versorgt werden. Gewährleisten Sie außerdem internationalen Beobachter*innen Zugang zu Hafteinrichtungen und Gerichtsverfahren.

Der Appell geht an:

Head of Judiciary
Gholamhossein Mohseni Ejei
c/o Embassy of Iran to the European Union
Avenue Franklin Roosevelt No. 15
1050 Bruxelles
BELGIEN

Ein Musterbrief

Sehr geehrter Herr Ejei,

die Behörden haben innerhalb von 24 Stunden Babak Alipour, Pouya Ghobadi, Akbar (Shahrokh) Daneshvarkar und Mohammad Taghavi Sangdehi exekutiert. Vahid Bani Amerian, Abolhassan Montazer, Mohammad Amin Biglari, Ali Fahim, Abolfazl Salehi Siavashani, Amirhossein Hatami und Shahin Vahedparast Kolo sind im Ghezel‑Hesar‑Gefängnis in der Provinz Alborz inhaftiert und befinden sich in akuter Gefahr, ebenfalls hingerichtet zu werden.

Zahlreichen Personen droht wegen angeblicher Straftaten im Zusammenhang mit den Protesten im Januar 2026 die Hinrichtung. Darunter sind acht Personen, die innerhalb weniger Wochen nach ihrer Festnahme zum Tode verurteilt wurden: Saleh Mohammadi (18 Jahre), Mohammad Amin Biglari (19), Ali Fahim, Abolfazl Salehi Siavashani, Amirhossein Hatami, Shahin Vahedparast Kolor, Shahab Zohdi und Yaser Rajaifar. Zu den weiteren Personen, die in einem beschleunigten, grob unfairen Verfahren wegen Kapitalverbrechen vor Gericht stehen, gehören Mohammad Abbasi (55), Mohammadreza Tabary und drei Freunde: der 18-jährige Ehsan Hosseinipour Hessarlou und zwei 17-Jährige, Matin Mohammadi und Erfan Amiri, die als Minderjährige nach internationalem Recht nicht zum Tode verurteilt werden dürfen. Am 12. Februar 2026 teilte ein Richter des Revolutionsgerichts in Teheran 14 weiteren Personen, darunter dem 35-jährigen Demonstranten Abolfazl Karimi, mit, dass „sie zum Tode verurteilt werden“ würden. Amnesty hat außerdem erfahren, dass der 18-jährige Danial Niazi einer Straftat angeklagt wurde, die im Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann. Zwei weitere Personen, der 18-jährige Shervin Bagherian Jebeli und der 24-jährige Amirhossein Azarpira, wurden bei der Vernehmung darüber informiert, dass ihnen die Todesstrafe droht.

Ich bitte Sie eindringlich, die Schuldsprüche und Todesurteile unverzüglich aufzuheben, von der Verhängung von Todesurteilen abzusehen und dafür zu sorgen, dass alle, die einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt werden, ein faires Gerichtsverfahren nach internationalen Standards erhalten, ohne Rückgriff auf die Todesstrafe. Sorgen Sie auch dafür, dass Aussagen, die unter Folter oder anderen Misshandlungen oder ohne Anwesenheit eines Rechtsbeistands erlangt wurden, in den Verfahren nicht verwendet werden.

Darüber hinaus fordere ich Sie auf, alle Gefangenen freizulassen, die allein wegen der Ausübung ihrer Menschenrechte wie den Rechten auf friedliche Versammlung und freie Meinungsäußerung inhaftiert sind, alle Inhaftierten vor Folter und anderen Misshandlungen zu schützen und Foltervorwürfen nachzugehen sowie Schicksal und Verbleib verschwundener Personen offenzulegen. Gewährleisten Sie Familien und Rechtsbeiständen eigener Wahl Zugang zu den Gefangenen und sorgen Sie dafür, dass Angeklagte sich angemessen verteidigen können und medizinisch versorgt werden. Gewährleisten Sie außerdem internationalen Beobachter*innen Zugang zu Hafteinrichtungen und Gerichtsverfahren.

Hochachtungsvoll

Briefmarathon 2025

Die größte Menschenrechtsaktion der Welt auch in Cloppenburg

Der Amnesty Briefmarathon ist die größte Menschenrechtsaktion der Welt. Jedes Jahr im November und Dezember beweisen gewöhnliche Menschen, dass sie Außergewöhnliches bewirken können, wenn sie gemeinsam Briefe an Regierungen und Behörden schreiben: Zu Unrecht Inhaftierte werden freigelassen, Todesurteile aufgehoben, Folter beendet und diskriminierende Gesetze geändert.

Beim gemeinsamen Schreiben zeigt sich die Kraft der Amnesty-Bewegung: An wenigen Tagen konzentrieren sich Menschen überall auf der Welt auf das Schicksal Einzelner. Sie schreiben Briefe und verschicken E-Mails und setzen damit Regierungen unter Druck, Unrecht zu beenden. Einen einzelnen Brief können Behörden ungelesen wegwerfen – doch zigtausende Briefe und E-Mails können sie nicht ignorieren. Darüber hinaus signalisieren die Briefe den Betroffenen und ihren Familien, dass sie in ihrem Kampf für Gerechtigkeit nicht allein sind. In den letzten Wochen haben mehrere Cloppenburger Schulen sich an dieser Aktion beteiligt.

Hier ein Fall, der uns besonders beschäftigt (Artikel aus der MT)

Der Briefmarathon von Amnesty ist auch in Cloppenburg gestartet

Auf Initiative der Amnesty-Gruppe Cloppenburg haben sich viele Schülerinnen und Schüler in den letzten Tagen u.a. für diese Personen eingesetzt: die Guerreras por la Amazonía, eine Gruppe von 15 mutigen Aktivistinnen aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet, die entschlossen gegen die zerstörerischen Auswirkungen von Verbrennungsanlagen für überschüssiges Gas in ihrer Region kämpft; Ellinor Guttorm Utsi aus Norwegen, die sich als Sprecherin einer samischen Rentierzüchtergemeinschaft gegen die geplanten Windkraftprojekte mitten durch ihre Sommerweiden einsetzt; und Unecebo Mboteni, ein 3-jähriger Junge aus Südafrika, der in eine offen zugängliche Grubentoilette seiner Vorschule im Eastern Cape stürzte und später im Krankenhaus verstarb.

„Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es uns wichtig, nicht die Menschen zu vergessen, die mutig für Menschenrechte einstehen und dafür mit ihrer Freiheit bezahlen“, sagt Günter Kannen, der Sprecher der Cloppenburger Amnesty-Gruppe. „Besonders bewegt hat mich das Schicksal von Sai Zaw Thaike aus Myanmar.“ Seit dem Militärputsch 2021 ist Myanmar einer der gefährlichsten Orte weltweit für Journalisten. Mehr als 200 sind bereits inhaftiert , unabhängige Medien verboten oder ins Exil gezwungen worden. Wer trotzdem berichtet, riskiert das eigene Leben. Das gilt auch für den Journalisten Sai Zaw Thaike. Er hat dieses Risiko auf sich genommen, als er im Mai 2023 über den Tropensturm Mocha berichtete. Doch die Behörden nahmen ihn wegen angeblicher Falschinformation und Aufwiegelung fest. Er erhielt keinerlei Rechtsbeistand, wurde vor ein Militärtribunal gestellt und nach nur einem Tag zu 20 Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt.

AI Cloppenburg bittet die Leserinnen und Leser, höflich formulierte Briefe an die Regierung von Myanmar zu schreiben. Darin sollte die Regierung aufgefordert werden, dafür zu sorgen, dass alle Anschuldigungen gegen Sai Zaw Thaike fallengelassen werden und er unverzüglich freikommt.

Die Adresse: The State Administration Council (SAC)
c/o Embassy of the Republic of the Union of Myanmar
Thielallee 19, 14195 Berlin, Federal Republic of Germany

Ein Musterbrief

Sehr geehrter Vorsitzender,

ich fordere Sie auf, Sai Zaw Thaike umgehend und bedingungslos freizulassen.

Myanmar steht im World Press Freedom Index auf Platz 171 von 180 Ländern.

Der Fotojournalist Sai Zaw Thaike ist allein wegen seiner beruflichen Tätigkeit zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Nachdem er 2023 über die Zerstörungen durch den Zyklon Mocha im Bundesstaat Rakhine berichtet hatte, ist er verhaftet, gefoltert und verurteilt worden. Seine Festnahme, das Verfahren und seine Haft­ bedingungen verletzen die grundlegenden Rechte auf freie Meinungsäußerung, ein faires Verfahren und körperliche Unversehrtheit.

Sai Zaw Thaikes journalistische Berichterstattung verdient Respekt, nicht Repression. Journalismus ist kein Verbrechen!

Ich fordere Sie auf: Sorgen Sie dafür, dass alle Anschuldigungen gegen Sai Zaw Thaike fallengelassen werden und er unverzüglich freikommt.

Mit freundlichen Grüßen

Teilnahme an Urgent actions

„Urgent Actions“ (Eilaktionen) sind ein effektiver Weg, um akut bedrohte Menschen zu unterstützen. Sie sind die denkbar schnellste Form der Intervention: Wenn Amnesty International von willkürlichen Festnahmen, Morddrohungen, Verschwindenlassen, Folterungen oder bevorstehenden Hinrichtungen erfährt, startet die Organisation eine Urgent Action.

Binnen weniger Stunden tritt ein Netzwerk von fast 80.000 Menschen in 85 Ländern (in Deutschland 10.000) in Aktion: Diese Aktivist_innen appellieren per Fax, E-Mail, Twitternachricht, Facebook-Posting oder Luftpostbrief an die Behörden der Staaten, in denen Menschenrechte verletzt werden. Bei den Adressat_innen gehen Tausende von Appellschreiben aus aller Welt ein. Es ist dieser rasche und massive Protest, der immer wieder Menschenleben schützt.

Bei den Urgent Actions werden die Namen der Absender_innen sowie deren E-Mail-Adressen an die Empfänger_innen der Appellschreiben weitergegeben. Damit können diese den Schreiber_innen antworten. Wenn diese Antwortschreiben dann an Amnesty International weitergeleitet werden, kann die Organisation Rückschlüsse auf die Wirkung der Urgent Action ziehen und so das weitere Vorgehen gezielter planen. Individuelle Appellschreiben, mit denen eine persönliche Betroffenheit ausgedrückt wird, zeichnen Amnesty International aus. Sie werden von der Organisation als wirkungsvoller angesehen als anonymes Handeln.

Unzählige Personen – von China bis Chile, von Syrien bis Simbabwe – konnten seit der ersten Urgent Action im Jahr 1973 gerettet werden.

Beteiligung an der Arbeit in der Gruppe

Die Cloppenburger AI-Gruppe trifft sich regelmäßig alle 14 Tage. Hier werden Aktionen vorbereitet, die Situation der Menschenrechte diskutiert und Möglichkeiten zu handeln besprochen. Die Gruppe freut sich über jedes neue Mitglied. Man kann auch einfach „hereinschnuppern“. Informationen sind über „Kontakt“ erhältlich.

1. April 2026