Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich bei AI zu engagieren. Hier werden verschiedene Möglichkeiten der Mitarbeit vorgestellt. Weiter unten finden sich Informationen zum diesjährigen Briefmarathon. Die Aktion „Briefe gegen das Vergessen“ findet jeden Monat statt. Auf dieser Seite finden Sie einen aktuellen Fall. Im Monat Januar wollen wir auf Fälle in Japan aufmerksam machen.
Seit über 30 Jahren in Japan im Todestrakt
Jeden Monat macht AI Cloppenburg auf das Schicksal eines Menschen aufmerksam, dessen Menschenrechte verletzt worden, und bittet die Leserinnen und Leser, sich für diesen Menschen einzusetzen. Dass diese Briefe wirken, zeigt gerade die Freilassung von Neth Nahara aus Angola, für die sich Amnesty im letzten Jahr eingesetzt hat. In einer Nachricht an Amnesty schreibt sie: „Ich wurde am 1. Januar freigelassen und möchte mich bei Amnesty International für alles bedanken, was ihr für mich getan habt … und bei den Menschen, die meine Freilassung gefordert haben.“
In diesem Monat macht AI Cloppenburg auf das Schicksal von Matsumoto Kenji aus Japan aufmerksam. Er sitzt seit mehr als 30 Jahren im Todestrakt. Am 17. September 1993 wurde er zum Tode verurteilt, nachdem er für schuldig befunden worden war, 1990 und 1991 gemeinsam mit seinem Bruder zwei Raubüberfälle und Morde verübt zu haben. Sein Rechtsbeistand gab damals an, Matsumoto Kenji sei unter Druck gesetzt worden, ein Geständnis abzulegen. Sein Bruder Matsumoto Hiroshi nahm sich kurz nach der Festnahme das Leben. Das Gericht erkannte zwar an, dass Matsumoto Kenji in einer abhängigen Beziehung zu seinem Bruder stand und sich nicht gegen diesen behaupten konnte, entschied aber dennoch, dass er schuldfähig sei und verurteilte ihn zum Tode. Matsumoto Kenji ist seit seiner Kindheit geistig behindert. Er sitzt inzwischen im Rollstuhl und leidet unter Wahnvorstellungen – vermutlich eine Folge der langjährigen Isolationshaft. Seit mehreren Jahren ist er aufgrund seines psychischen Zustands nicht in der Lage, relevante Informationen zu verstehen und zu kommunizieren. Er kann die Tragweite der gegen ihn verhängten Strafe – nämlich der Todesstrafe – nicht verstehen. Internationale Menschenrechtsstandards verbieten die Verhängung der Todesstrafe gegen Menschen mit mentalen und intellektuellen Beeinträchtigungen, die sich selbst nicht auf der gleichen Basis wie andere verteidigen können.
Amnesty International Cloppenburg bittet die Leserinnen und Leser, höflich formulierte Briefe an den japanischen Justizminister zu schreiben und ihn zu bitten, die geplante Hinrichtung von Matsumoto Kenji zu stoppen und sämtliche Todesurteile in Japan in Haftstrafen umzuwandeln. Als ersten Schritt hin zur Abschaffung der Todesstrafe sollte es ein offizielles Hinrichtungsmoratorium geben. Außerdem müssen die Haftbedingungen von zum Tode Verurteilten verbessert werden, dazu gehört auch die Abschaffung der Isolationshaft.
Adresse für Briefe in gutem Japanisch, Englisch oder auf Deutsch:
Hiroshi Hiraguchi
Minister of Justice
1-1-1 Kasumigaseki
Chiyoda-ku
Tokyo 100-8977
JAPAN
(Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,25 €)
Ein Musterbrief
Sehr geehrter Herr Minister,
ich schreibe Ihnen, weil es mir große Sorge bereitet, dass Matsumoto Kenji seit mehr als 30 Jahren im Todestrakt sitzt. Er ist seit seiner Geburt geistig eingeschränkt und sollte allein deshalb nicht zum Tode verurteilt sein.
Ich bitte Sie höflich, die geplante Hinrichtung von Matsumoto Kenji zu stoppen und sämtliche Todesurteile in Japan in Haftstrafen umzuwandeln. Die Todesstrafe verstößt gegen das Recht auf Leben und sollte daher nicht mehr verhängt werden.
Bitte erlassen Sie als ersten Schritt hin zur Abschaffung der Todesstrafe ein offizielles Hinrichtungsmoratorium. Sorgen Sie zudem dafür, dass die Haftbedingungen von zum Tode Verurteilten verbessert werden, dazu gehört auch die Abschaffung der Isolationshaft.
Mit freundlichen Grüßen
Briefmarathon 2025
Die größte Menschenrechtsaktion der Welt auch in Cloppenburg
Der Amnesty Briefmarathon ist die größte Menschenrechtsaktion der Welt. Jedes Jahr im November und Dezember beweisen gewöhnliche Menschen, dass sie Außergewöhnliches bewirken können, wenn sie gemeinsam Briefe an Regierungen und Behörden schreiben: Zu Unrecht Inhaftierte werden freigelassen, Todesurteile aufgehoben, Folter beendet und diskriminierende Gesetze geändert.
Beim gemeinsamen Schreiben zeigt sich die Kraft der Amnesty-Bewegung: An wenigen Tagen konzentrieren sich Menschen überall auf der Welt auf das Schicksal Einzelner. Sie schreiben Briefe und verschicken E-Mails und setzen damit Regierungen unter Druck, Unrecht zu beenden. Einen einzelnen Brief können Behörden ungelesen wegwerfen – doch zigtausende Briefe und E-Mails können sie nicht ignorieren. Darüber hinaus signalisieren die Briefe den Betroffenen und ihren Familien, dass sie in ihrem Kampf für Gerechtigkeit nicht allein sind. In den letzten Wochen haben mehrere Cloppenburger Schulen sich an dieser Aktion beteiligt.
Hier ein Fall, der uns besonders beschäftigt (Artikel aus der MT)
Der Briefmarathon von Amnesty ist auch in Cloppenburg gestartet
Auf Initiative der Amnesty-Gruppe Cloppenburg haben sich viele Schülerinnen und Schüler in den letzten Tagen u.a. für diese Personen eingesetzt: die Guerreras por la Amazonía, eine Gruppe von 15 mutigen Aktivistinnen aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet, die entschlossen gegen die zerstörerischen Auswirkungen von Verbrennungsanlagen für überschüssiges Gas in ihrer Region kämpft; Ellinor Guttorm Utsi aus Norwegen, die sich als Sprecherin einer samischen Rentierzüchtergemeinschaft gegen die geplanten Windkraftprojekte mitten durch ihre Sommerweiden einsetzt; und Unecebo Mboteni, ein 3-jähriger Junge aus Südafrika, der in eine offen zugängliche Grubentoilette seiner Vorschule im Eastern Cape stürzte und später im Krankenhaus verstarb.
„Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es uns wichtig, nicht die Menschen zu vergessen, die mutig für Menschenrechte einstehen und dafür mit ihrer Freiheit bezahlen“, sagt Günter Kannen, der Sprecher der Cloppenburger Amnesty-Gruppe. „Besonders bewegt hat mich das Schicksal von Sai Zaw Thaike aus Myanmar.“ Seit dem Militärputsch 2021 ist Myanmar einer der gefährlichsten Orte weltweit für Journalisten. Mehr als 200 sind bereits inhaftiert , unabhängige Medien verboten oder ins Exil gezwungen worden. Wer trotzdem berichtet, riskiert das eigene Leben. Das gilt auch für den Journalisten Sai Zaw Thaike. Er hat dieses Risiko auf sich genommen, als er im Mai 2023 über den Tropensturm Mocha berichtete. Doch die Behörden nahmen ihn wegen angeblicher Falschinformation und Aufwiegelung fest. Er erhielt keinerlei Rechtsbeistand, wurde vor ein Militärtribunal gestellt und nach nur einem Tag zu 20 Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt.
AI Cloppenburg bittet die Leserinnen und Leser, höflich formulierte Briefe an die Regierung von Myanmar zu schreiben. Darin sollte die Regierung aufgefordert werden, dafür zu sorgen, dass alle Anschuldigungen gegen Sai Zaw Thaike fallengelassen werden und er unverzüglich freikommt.
Die Adresse: The State Administration Council (SAC)
c/o Embassy of the Republic of the Union of Myanmar
Thielallee 19, 14195 Berlin, Federal Republic of Germany
Ein Musterbrief
Sehr geehrter Vorsitzender,
ich fordere Sie auf, Sai Zaw Thaike umgehend und bedingungslos freizulassen.
Myanmar steht im World Press Freedom Index auf Platz 171 von 180 Ländern.
Der Fotojournalist Sai Zaw Thaike ist allein wegen seiner beruflichen Tätigkeit zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Nachdem er 2023 über die Zerstörungen durch den Zyklon Mocha im Bundesstaat Rakhine berichtet hatte, ist er verhaftet, gefoltert und verurteilt worden. Seine Festnahme, das Verfahren und seine Haft bedingungen verletzen die grundlegenden Rechte auf freie Meinungsäußerung, ein faires Verfahren und körperliche Unversehrtheit.
Sai Zaw Thaikes journalistische Berichterstattung verdient Respekt, nicht Repression. Journalismus ist kein Verbrechen!
Ich fordere Sie auf: Sorgen Sie dafür, dass alle Anschuldigungen gegen Sai Zaw Thaike fallengelassen werden und er unverzüglich freikommt.
Mit freundlichen Grüßen
Teilnahme an Urgent actions
„Urgent Actions“ (Eilaktionen) sind ein effektiver Weg, um akut bedrohte Menschen zu unterstützen. Sie sind die denkbar schnellste Form der Intervention: Wenn Amnesty International von willkürlichen Festnahmen, Morddrohungen, Verschwindenlassen, Folterungen oder bevorstehenden Hinrichtungen erfährt, startet die Organisation eine Urgent Action.
Binnen weniger Stunden tritt ein Netzwerk von fast 80.000 Menschen in 85 Ländern (in Deutschland 10.000) in Aktion: Diese Aktivist_innen appellieren per Fax, E-Mail, Twitternachricht, Facebook-Posting oder Luftpostbrief an die Behörden der Staaten, in denen Menschenrechte verletzt werden. Bei den Adressat_innen gehen Tausende von Appellschreiben aus aller Welt ein. Es ist dieser rasche und massive Protest, der immer wieder Menschenleben schützt.
Bei den Urgent Actions werden die Namen der Absender_innen sowie deren E-Mail-Adressen an die Empfänger_innen der Appellschreiben weitergegeben. Damit können diese den Schreiber_innen antworten. Wenn diese Antwortschreiben dann an Amnesty International weitergeleitet werden, kann die Organisation Rückschlüsse auf die Wirkung der Urgent Action ziehen und so das weitere Vorgehen gezielter planen. Individuelle Appellschreiben, mit denen eine persönliche Betroffenheit ausgedrückt wird, zeichnen Amnesty International aus. Sie werden von der Organisation als wirkungsvoller angesehen als anonymes Handeln.
Unzählige Personen – von China bis Chile, von Syrien bis Simbabwe – konnten seit der ersten Urgent Action im Jahr 1973 gerettet werden.
Beteiligung an der Arbeit in der Gruppe
Die Cloppenburger AI-Gruppe trifft sich regelmäßig alle 14 Tage. Hier werden Aktionen vorbereitet, die Situation der Menschenrechte diskutiert und Möglichkeiten zu handeln besprochen. Die Gruppe freut sich über jedes neue Mitglied. Man kann auch einfach „hereinschnuppern“. Informationen sind über „Kontakt“ erhältlich.