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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich bei AI zu engagieren. Hier werden verschiedene Möglichkeiten der Mitarbeit vorgestellt. Weiter unten finden sich Informationen zum diesjährigen Briefmarathon. Die Aktion „Briefe gegen das Vergessen“ findet jeden Monat statt. Auf dieser Seite finden Sie einen aktuellen Fall. Im Monat März 2026 wollen wir auf einen Fall in Georgien aufmerksam machen.

Meinungsfreiheit ist in vielen Ländern der Welt gefährdet

„Freie Meinungsäußerung ist nicht nur ein weiterer Wert. Es ist das Fundament der westlichen Zivilisation.“ An diesen Satz des kanadischen Psychologen Jordan Bernt Peterson ist heute wichtiger denn je. Denn gerade in diesen Tagen erleben wir in vielen Ländern der Welt, wie die Meinungsfreiheit unterdrückt wird. In diesem Monat macht die Cloppenburger Gruppe von Amnesty International auf den Fall des 29-jährigen Schauspielers Andro Chichinadze  aus Georgien aufmerksam.

Er wurde am 3. September 2025 in einem politisch motivierten Prozess zu zwei Jahren Haft verurteilt. Im November und Dezember 2024 hatte er in Tiflis an Protesten gegen die Aussetzung des EU-Beitrittsprozesses teilgenommen und stand deshalb mit 18 weiteren Personen vor Gericht. Anfangs lautete die Anklage auf „Gruppengewalt“, was mit bis zu neun Jahren Haft bestraft werden kann. Der Einsatz von Amnesty International und weiteren Organisationen für Andro Chichinadze könnte der Grund dafür sein, dass der Vorwurf bei der letzten Anhörung plötzlich in „kollektive Störung der öffentlichen Ordnung“ geändert wurde, was mit maximal drei Jahren Haft geahndet werden kann. Andro Chichinadze hat lediglich sein Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit wahrgenommen und hätte gar nicht erst angeklagt und verurteilt werden dürfen.

Amnesty International bittet die Leserinnen und Leser, höflich formulierte Briefe oder E-Mails an den Generalstaatsanwalt von Georgien zu schreiben und ihn aufzufordern, die umgehende Freilassung von Andro Chichinadze und allen zu Unrecht verurteilten Protestierenden zu veranlassen. Zudem müsse unbedingt der Schuldspruch gegen ihn aufgehoben.

Adresse für Briefe in gutem Georgisch, Englisch oder auf Deutsch:
Prosecutor General of Georgia
Giorgi Gvarakidze
24 Gorgasali Street
0134 Tbilisi
GEORGIEN
(Anrede: Dear Prosecutor General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,25 €)

Musterbriefe

Auf Deutsch:

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,

der 29-jährige Schauspieler Andro Chichinadze wurde am 3. September 2025 in einem politisch motivierten Prozess zu zwei Jahren Haft verurteilt. Er hatte im November und Dezember 2024 in Tiflis an Protesten gegen die Aussetzung des EU-Beitrittsprozesses teilgenommen und stand deshalb mit 18 weiteren Personen vor Gericht. Anfangs lautete die Anklage auf „Gruppengewalt“, was mit bis zu neun Jahren Haft bestraft werden kann. Der Einsatz von Amnesty International und weiteren Organisationen für Andro Chichinadze könnte der Grund dafür sein, dass der Vorwurf bei der letzten Anhörung plötzlich in „kollektive Störung der öffentlichen Ordnung“ geändert wurde, was mit maximal drei Jahren Haft geahndet werden kann. Andro Chichinadze hat lediglich sein Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit wahrgenommen und hätte gar nicht erst angeklagt und verurteilt werden dürfen.

Veranlassen Sie bitte die umgehende Freilassung von Andro Chichinadze und allen zu Unrecht verurteilten Protestierenden. Heben Sie zudem den politisch motivierten Schuldspruch gegen ihn auf.

Mit freundlichen Grüßen

Auf Englisch

Dear Attorney General,

On 3 September 2025, 29-year-old actor Andro Chichinadze was sentenced to two years in prison in a politically motivated trial. He had taken part in protests in Tbilisi in November and December 2024 against the suspension of the EU accession process and was therefore brought before the court along with 18 other people. Initially, the charge was „group violence“, which is punishable by up to nine years in prison. The intervention of Amnesty International. The efforts of Amnesty International and other organisations on behalf of Andro Chichinadze may be the reason why the charge was suddenly changed at the last hearing to „collective disturbance of public order“, which carries a maximum sentence of three years‘ imprisonment. Andro Chichinadze merely exercised his right to freedom of expression and freedom of assembly and should never have been charged and convicted in the first place.

Please arrange for the immediate release of Andro Chichinadze and all unjustly convicted protesters. Furthermore, please overturn the politically motivated conviction against him.

Yours sincerely,

Briefmarathon 2025

Die größte Menschenrechtsaktion der Welt auch in Cloppenburg

Der Amnesty Briefmarathon ist die größte Menschenrechtsaktion der Welt. Jedes Jahr im November und Dezember beweisen gewöhnliche Menschen, dass sie Außergewöhnliches bewirken können, wenn sie gemeinsam Briefe an Regierungen und Behörden schreiben: Zu Unrecht Inhaftierte werden freigelassen, Todesurteile aufgehoben, Folter beendet und diskriminierende Gesetze geändert.

Beim gemeinsamen Schreiben zeigt sich die Kraft der Amnesty-Bewegung: An wenigen Tagen konzentrieren sich Menschen überall auf der Welt auf das Schicksal Einzelner. Sie schreiben Briefe und verschicken E-Mails und setzen damit Regierungen unter Druck, Unrecht zu beenden. Einen einzelnen Brief können Behörden ungelesen wegwerfen – doch zigtausende Briefe und E-Mails können sie nicht ignorieren. Darüber hinaus signalisieren die Briefe den Betroffenen und ihren Familien, dass sie in ihrem Kampf für Gerechtigkeit nicht allein sind. In den letzten Wochen haben mehrere Cloppenburger Schulen sich an dieser Aktion beteiligt.

Hier ein Fall, der uns besonders beschäftigt (Artikel aus der MT)

Der Briefmarathon von Amnesty ist auch in Cloppenburg gestartet

Auf Initiative der Amnesty-Gruppe Cloppenburg haben sich viele Schülerinnen und Schüler in den letzten Tagen u.a. für diese Personen eingesetzt: die Guerreras por la Amazonía, eine Gruppe von 15 mutigen Aktivistinnen aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet, die entschlossen gegen die zerstörerischen Auswirkungen von Verbrennungsanlagen für überschüssiges Gas in ihrer Region kämpft; Ellinor Guttorm Utsi aus Norwegen, die sich als Sprecherin einer samischen Rentierzüchtergemeinschaft gegen die geplanten Windkraftprojekte mitten durch ihre Sommerweiden einsetzt; und Unecebo Mboteni, ein 3-jähriger Junge aus Südafrika, der in eine offen zugängliche Grubentoilette seiner Vorschule im Eastern Cape stürzte und später im Krankenhaus verstarb.

„Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es uns wichtig, nicht die Menschen zu vergessen, die mutig für Menschenrechte einstehen und dafür mit ihrer Freiheit bezahlen“, sagt Günter Kannen, der Sprecher der Cloppenburger Amnesty-Gruppe. „Besonders bewegt hat mich das Schicksal von Sai Zaw Thaike aus Myanmar.“ Seit dem Militärputsch 2021 ist Myanmar einer der gefährlichsten Orte weltweit für Journalisten. Mehr als 200 sind bereits inhaftiert , unabhängige Medien verboten oder ins Exil gezwungen worden. Wer trotzdem berichtet, riskiert das eigene Leben. Das gilt auch für den Journalisten Sai Zaw Thaike. Er hat dieses Risiko auf sich genommen, als er im Mai 2023 über den Tropensturm Mocha berichtete. Doch die Behörden nahmen ihn wegen angeblicher Falschinformation und Aufwiegelung fest. Er erhielt keinerlei Rechtsbeistand, wurde vor ein Militärtribunal gestellt und nach nur einem Tag zu 20 Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt.

AI Cloppenburg bittet die Leserinnen und Leser, höflich formulierte Briefe an die Regierung von Myanmar zu schreiben. Darin sollte die Regierung aufgefordert werden, dafür zu sorgen, dass alle Anschuldigungen gegen Sai Zaw Thaike fallengelassen werden und er unverzüglich freikommt.

Die Adresse: The State Administration Council (SAC)
c/o Embassy of the Republic of the Union of Myanmar
Thielallee 19, 14195 Berlin, Federal Republic of Germany

Ein Musterbrief

Sehr geehrter Vorsitzender,

ich fordere Sie auf, Sai Zaw Thaike umgehend und bedingungslos freizulassen.

Myanmar steht im World Press Freedom Index auf Platz 171 von 180 Ländern.

Der Fotojournalist Sai Zaw Thaike ist allein wegen seiner beruflichen Tätigkeit zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Nachdem er 2023 über die Zerstörungen durch den Zyklon Mocha im Bundesstaat Rakhine berichtet hatte, ist er verhaftet, gefoltert und verurteilt worden. Seine Festnahme, das Verfahren und seine Haft­ bedingungen verletzen die grundlegenden Rechte auf freie Meinungsäußerung, ein faires Verfahren und körperliche Unversehrtheit.

Sai Zaw Thaikes journalistische Berichterstattung verdient Respekt, nicht Repression. Journalismus ist kein Verbrechen!

Ich fordere Sie auf: Sorgen Sie dafür, dass alle Anschuldigungen gegen Sai Zaw Thaike fallengelassen werden und er unverzüglich freikommt.

Mit freundlichen Grüßen

Teilnahme an Urgent actions

„Urgent Actions“ (Eilaktionen) sind ein effektiver Weg, um akut bedrohte Menschen zu unterstützen. Sie sind die denkbar schnellste Form der Intervention: Wenn Amnesty International von willkürlichen Festnahmen, Morddrohungen, Verschwindenlassen, Folterungen oder bevorstehenden Hinrichtungen erfährt, startet die Organisation eine Urgent Action.

Binnen weniger Stunden tritt ein Netzwerk von fast 80.000 Menschen in 85 Ländern (in Deutschland 10.000) in Aktion: Diese Aktivist_innen appellieren per Fax, E-Mail, Twitternachricht, Facebook-Posting oder Luftpostbrief an die Behörden der Staaten, in denen Menschenrechte verletzt werden. Bei den Adressat_innen gehen Tausende von Appellschreiben aus aller Welt ein. Es ist dieser rasche und massive Protest, der immer wieder Menschenleben schützt.

Bei den Urgent Actions werden die Namen der Absender_innen sowie deren E-Mail-Adressen an die Empfänger_innen der Appellschreiben weitergegeben. Damit können diese den Schreiber_innen antworten. Wenn diese Antwortschreiben dann an Amnesty International weitergeleitet werden, kann die Organisation Rückschlüsse auf die Wirkung der Urgent Action ziehen und so das weitere Vorgehen gezielter planen. Individuelle Appellschreiben, mit denen eine persönliche Betroffenheit ausgedrückt wird, zeichnen Amnesty International aus. Sie werden von der Organisation als wirkungsvoller angesehen als anonymes Handeln.

Unzählige Personen – von China bis Chile, von Syrien bis Simbabwe – konnten seit der ersten Urgent Action im Jahr 1973 gerettet werden.

Beteiligung an der Arbeit in der Gruppe

Die Cloppenburger AI-Gruppe trifft sich regelmäßig alle 14 Tage. Hier werden Aktionen vorbereitet, die Situation der Menschenrechte diskutiert und Möglichkeiten zu handeln besprochen. Die Gruppe freut sich über jedes neue Mitglied. Man kann auch einfach „hereinschnuppern“. Informationen sind über „Kontakt“ erhältlich.

5. März 2026